Tagung fand erneut sehr großes Interesse

Kann man so lieben?   

Das Leben als Geschenk und Berufung

4. Internationale Tagung zur Theologie des Leibes
an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

22. bis 24. November 2019

 

Mehr als 380 Teilnehmer sind nach Eichstätt gekommen, um sich aus vielerlei Perspektiven und in ganz unterschiedlichen Formaten (Vorträge, Rundtischgespräche, Diskussionen, Seminare und Foren) mit der Theologie des Leibes und ihrer Relevanz für das eigene Leben auseinanderzusetzen.

 

Eindrücke von der Tagung (Fotos: Martin Groos): 

In seiner Begrüßung betonte Mitveranstalter Prof. Dr. Burkard M. Zapff (Lehrstuhl für Altes Testament an der KU) das anhaltend große Interesse an der Theologie des Leibes – "in einer Zeit, in der die Institution von Ehe und Familie nur eine Lebensform unter vielen ist". Eine besondere Freude sei es, dass der kirchlich-konfessionelle Rahmen geweitet werde: Der evangelische Theologe Christian Witt (der zwar kurzfristig absagen musste, dessen Statement aber im "Theologischen Forum" verlesen wurde), die Rabbinerin Tamar Elad-Appelbaum sowie der Franziskaner Alberto Pari (Kustodie des Heiligen Landes) ermöglichten einen Dialog zwischen den Religionen. 

Dass ein Alttestamentler nun Mitveranstalter sei, habe damit zu  tun, dass in diesem Jahr das Alte und Neue Testament und ihr Beitrag zur Thematik beleuchtet werden. Prof. Zapff äußerte die Hoffnung, dass die Tagung dazu beitrage, nicht nur wissensmäßig den Horizont zu weiten, und wünschte den Teilnehmern, Referenten und Mitwirkenden motivierende Tage.

Auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, zeigte sich in seinem Grußwort erfreut, dass unter der Leitfrage "Kann man so lieben?" eine Dimension menschlichen Lebens vertieft werde, die gerade zu verschwinden drohe. Er übermittelte herzliche Grüße des Papstes und seine besten Wünsche für guten Verlauf der Tagung. Eterović erinnerte daran, dass der Mensch stets Subjekt ist, das niemals in die Kategorie des Objekts gesetzt werden kann. 

Die anschließenden Vorträge von Prof. José Granados und Prof. Rocco Buttiglione stießen auf großes Interesse. Eine Teilnehmerin merkte erfreut an, dass hier "vom Menschen ausgegangen wird, das ist wunderbar – nicht von irgendwas Abstraktem!"

Der Samstag begann mit dem eindrucksvollen Ausführungen von Abt Mauro-Giuseppe Lepori, Generalabt der Zisterzienser, über die Vergebung in der Ehe. Aufgrund der zahlreichen Nachfragen können sind sie hier bereits veröffentlicht: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch. Es folgte ein praxisorientiertes Podiumsgespräch über das sexualpädagogische Programm TeenSTAR. Der Nachmittag bot eine große Vielfalt an Themen und Formaten, aus denen die Teilnehmer durch eine individuelle Auswahl persönliche Schwerpunkte setzen konnten. Der Tag endete mit einem Liederabend, der das Thema Liebe durch Lieder aus verschiedenen Traditionen und Kulturkreisen erschloss. Mit einem Pontifikalamt im Eichstätter Dom begann der Sonntag. Es folgten Vorträge der Rabbinerin Tamar Elad-Appelbaum und der Ärztin Teresa Suarez del Villar. Mit dem Schlusswort von Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB endete die Tagung, die die mit vielen Anregungen erfüllten Teilnehmer als "Bereicherung", "seltene Gelegenheit, über Grundfragen nachzudenken" und nicht zuletzt als "Gemeinschaft des Austauschs" bezeichneten.

Einen Bericht von Jürgen Liminski in Die Tagespost finden Sie hier. 

 

Die Vorträge werden Mitte 2020 in einem Tagungsband beim EOS-Verlag veröffentlicht.

 


 

Unsere Tagungen zur Theologie des Leibes

 

Sie sind seit 2011 Orte des Erfahrungsaustausches und des Dialogs über Fragestellungen rund um Ehe und Familie, Liebe und Sexualität. Sie sind Treffpunkte für Menschen verschiedener Fachgebiete, Kulturen und Religionen, die sich selbst ganz ins Spiel bringen möchten, um zu prüfen, was der Sehnsucht des eigenen Herzens entspricht. 

 

Geschenk und Berufung sind zwei Dimensionen, die nicht selbstverständlich mit unserem Menschsein verbunden werden. Sie stehen dieses Jahr im Mittelpunkt des Programms, zu dem zahlreiche international renommierte Experten und Menschen unterschiedlichster Lebenserfahrung beitragen.

 

Die Tagung 2019 wird gemeinsam veranstaltet vom Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Herrn Prof. Dr. Burkard M. Zapff und Knotenpunkt – Begegnung verbindet e.V., Maria Groos, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende.  Kooperationspartner sind der Bischöfliche Stuhl Bistum Eichstätt, TeenSTAR Deutschland und die Hochschulgruppe disegno. 

 



Die Plenarvorträge sind im O-Ton im Saal zu hören. Die Übersetzungen in Deutsch, Englisch und Italienisch werden über Kopfhörer übertragen.