Eros und Ethos

Warum ist das im Walzer-Tanz versunkene Paar das Sinnbild für unsere Tagung? Was hat das mit der Theologie des Leibes zu tun? Leitend war für uns, was Johannes Paul II. in seiner 47. Katechese vom 5. November 1980 so ausdrückt:

 

Wenn wir annehmen, dass der Eros die innere Kraft bedeutet, die den Menschen zum Wahren, Guten und Schönen hinwegträgt, dann erkennt man, dass sich damit auch ein Weg zu dem auftut, was Christus in der Bergpredigt ausdrücken wollte (…). (Das heißt), dass im erotischen Bereich Eros und Ethos nicht auseinandergehen, nicht zueinander im Gegensatz stehen, sondern dazu bestimmt sind, im menschlichen Herzen Früchte zu tragen (…). Wir begnügen uns oft damit, die Worte der Bergpredigt über die Begehrlichkeit (…) ausschließlich als Verbot anzusehen, als Verbot (…) auf erotischem Gebiet (…). (Wir) versuchen nicht, die wahrhaft tiefen und wesentlichen Werte freizulegen, die dieses Verbot verdeckt und somit sicherstellt. Es schützt die Werte nicht nur, sondern macht sie auch zugänglich und legt sie frei, wenn wir lernen, ihnen unser Herz zu öffnen (…). Christus (…) lenkt das Herz des Menschen auf diese Werte hin.

 

Diese positive Spannung zwischen Eros und Ethos drückt in unserer Wahrnehmung das im Tanz sich einander hingebende Paar wunderbar aus. Darum haben wir es als Sinnbild für unsere Tagung gewählt.